Die Österreicher gelten als konservativ, wenn es um die Geldanlage geht. Nur wenige spekulieren mit Aktien oder investieren in Fonds. Der Großteil der Bevölkerung hat ein Sparbuch und einen Bausparvertrag.

Rechtzeitig Kapital ansparen mit Bausparen
Bausparen ist eine krisensichere Variante, um über einen längeren Zeitraum hinweg Geld anzusparen und in den Genuss staatlicher Prämien zu gelangen. Der Vertrag wird grundsätzlich mit einer Laufzeit von sechs Jahren abgeschlossen, manche Anbieter verlängern diese Frist auf sieben Jahre.
Die Höhe der Einzahlungen ist beliebig, allerdings werden jährlich maximal 1.200 Euro staatlich gefördert. Das bedeutet, dass für diesen Betrag – neben der Verzinsung durch die Bausparkasse – eine Prämie in der Höhe von aktuell drei Prozent gewährt wird. Dieser Zinssatz ist allerdings nicht fix, er wird jährlich neu festgelegt. Der Höchstwert wäre übrigens acht Prozent, dieser wurde jedoch in den letzten Jahren kein einziges Mal erreicht. Dennoch sind bei einem Blick auf die Zinslandschaft drei Prozent ein durchaus annehmbarer Wert, zumal ja die “normale” Verzinsung durch die Bausparkasse ebenfalls erfolgt und den Sparertrag vergrößert. Die Zinsen sind in der Regel flexibel und an die Entwicklungen am Kapitalmarkt gebunden, dennoch besteht beim Abschluss bei einigen Anbietern die Möglichkeit, für einen gewissen Zeitraum fixe Zinsen zu vereinbaren. Alternativ zur monatlichen Einzahlung kann zu Vertragsbeginn auch die komplette Sparsumme – also maximal 7.200 Euro – dem Bausparkonto gutgeschrieben werden.
Pro Person kann nur ein Bausparvertrag abgeschlossen werden, es steht Eltern aber frei, auch für ihre minderjährigen Kinder auf diese Art und Weise Vermögen aufzubauen. Nach dem Ablauf des Vertrages wird das Kapital zuzüglich der Prämien und Zinsen ausgezahlt, und dieser Betrag ist – entgegen der landläufigen Meinung – nicht zweckgebunden. Der Sparer muss das Geld also nicht in ein Bauvorhaben investieren, die Verwendung steht ihm völlig frei.
Dessen ungeachtet erleichtert ein Bausparvertrag aber den Zugang zu einem Darlehen von der Bausparkasse, oft ist er sogar Voraussetzung dafür. Bausparkassendarlehen werden zwar nicht in unbegrenzter Höhe gewährt und dürfen nur für Neu- oder Umbaumaßnahmen verwendet werden, der entscheidende Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Kredit ist aber, dass die Zinsen nach oben gesetzlich mit sechs Prozent begrenzt sind. Daher hat der Ratschlag, so viel Geld wie möglich über eine Bausparkasse zu finanzieren, nach wie vor seine Gültigkeit.
In Österreich sind fünf Anbieter am Markt aktiv, die Bausparverträge anbieten. Es handelt sich dabei um:
- Wüstenrot (www.wuestenrot.at)
- ABV (www.abv.at)
- Raiffeisen (www.raiffeisen.at)
- die sBausparkasse (www.sbausparkasse.at)
- Volksbank (http://www.volksbank.at/private/sparen/volksbank_bausparen)
Jede größere Bank arbeitet mit einem dieser Anbieter zusammen und bietet ihren Kunden entsprechende Angebote. Auch im Internet gibt es attraktive
Angebote, so kann man sich zum Beispiel über das Bausparen mit Bonus informieren und somit eine bessere Rendite erzielen.
Ja. Die Bausparkassen nehmen am österreichischen System der Einlagensicherung teil. Das bedeutet, dass die Einlagen im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Anbieters bis zu 100.000 Euro pro Person und Kreditinstitut staatlich garantiert sind.
Im Prinzip steht es dem Sparer offen, den Vertrag vorzeitig zu kündigen. Tut er dies, so muss er jedoch in Kauf nehmen, dass die Bausparprämien rückverrechnet werden und die Bank hohe Spesen für diesen Vorgang verrechnet. Von diesem Schritt ist also eher abzuraten, es besteht allerdings die Möglichkeit, bei einem finanziellen Engpass die Sparleistung zu verringern, ohne den Vertrag zu stornieren.
Das Prinzip ist bei allen fünf Bausparkassen gleich, dennoch gibt es im Detail Abweichungen. Teilweise sind die Zinsen auf unterschiedlichem Niveau, und auch bei den laufenden Spesen für die Kontoführung differieren die Angebote. Manche Institute bieten für Jugendliche spezielle Konditionen, andere wiederum gewähren bei Abschluss eines Vertrages einen Bonus in Form einer Jahresvignette für den Pkw oder von Gutscheinen.
Es macht also durchaus Sinn, die Bausparkassen vor dem Abschluss miteinander zu vergleichen. Eine gute Entscheidungshilfe bietet die Arbeiterkammer auf der Homepage www.bankenrechner.at, auf der die aktuellen Konditionen der verschiedenen Bausparkassen dargestellt werden.
Bildquellenangabe: chocolat01 / pixelio.de
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